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| <--- Zurück | Schlu� machen will, auf all seine Abschiedsbriefe Sondermarken geklebt. Auf jede eine andere. Und hat dann drau�en auf dem Marianenplatz mit einem amerikanischen Soldaten Englisch geredet, zum ersten Mal seit seiner Schulzeit, und zwar flie�end. In der Strafanstalt Pl�tzensee hat ein H�ftling, bevor er mit dem Kopf gegen die Wand gerannt ist, 'JETZT' gesagt. An der U-Bahn Station Zwo rief der Beamte statt des Stationsnames pl�tzlich das Feuerland aus. Damiel: Sch�n. Cassiel: In den Rebergen las ein alter Mann einem Kind aus der Odysee vor und der kleine Zuh�rer, der dabei ganz zu blinzeln aufh�rte. Und du, was hast du zu erz�hlen? Damiel: Eine Passantin, die mitten im Regen den Schirm zusammenklappte - und sich na� werden lie�. Ein Sch�ler, der seinem Lehrer beschrieb, wie ein Farn aus der Erde w�chst. Und der staunende Lehrer. Eine Blinde, die nach ihrer Uhr tastete, als sie mich sp�rte. Es ist herrlich, nur geistig zu leben und Tag f�r Tag f�r die Ewigkeit von den Leuten rein was Geistiges zu bezeugen. Aber manchmal wird mir meine ewige Geistesexistenz zu viel. Ich m�chte da nicht mehr so ewig dr�berschweben. Ich m�chte ein Gewicht an mir sp�ren, das die Grenzenlosigkeit an mir aufhebt und mich erdfest macht. Ich m�chte bei jedem Schritt oder Windsto�, �jetzt, und jetzt und jetzt` sagen k�nnen und nicht wie immer `seit je und in Ewigkeit`. Sich an den freien Platz am Kartentisch setzen, begr��t werden, auch blo� mit einem Nicken. Die ganze Zeit, wenn wir schon einmal mittaten, war es doch nur zum Schein. Haben uns im n�chtlichen Ringkampf mit einem von denen zum Schein die H�fte ausrenken lassen, haben zum Schein einen Fisch mitgefangen. Haben zum Schein an den Tafeln gesessen, haben getrunken und gegessen zum Schein. Haben uns L�mmerbraten und Wein aufwarten lassen, drau�en bei den Zelten in der W�ste, nur zum Schein. Nicht da� ich ja gleich ein Kind zeugen oder einen Baum pflanzen m�chte. Aber es w�re doch schon etwas, beim Nachhausekommen nach einem langen Tag wie Philipp Marlowe die Katze zu f�ttern. Fieber haben, schwarze Finger vom Zeitunglesen. Sich nicht immer nur am Geist begeistern, sondern endlich an einer Mahlzeit, einer Nackenlinie, einem Ohr. L�gen. Wie gedruckt. Beim Gehen das Knochenger�st an sich mitgehen sp�ren. Endlich ahnen, statt immer alles zu wissen. `Ach` und `Oh` und `Weh` sagen k�nnen, statt `Ja und Amen`. Cassiel: Ja. - Sich einmal auch begeistern k�nnen am B�sen. Von den Passanten im Vorbeigehen alle D�monen der Erde auf sich �bertragen und endlich hinaus in die Welt jagen. Damiel: Husch. Cassiel: Ein Wilder sein. Damiel: Oder endlich zu sp�ren, wie es ist, unter dem Tisch die Schuhe auszuziehen - und die Zehen auszustrecken. Barfu�. So. Cassiel: Allein bleiben. Geschehen lassen. Ernst bleiben. Wild k�nnen wir nur in dem Ma� sein, wie wir unbedingt ernst bleiben. |
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